Eine Idee setzt sich durch …

Die Geburtsstunde des Jugendclub Linie 15 war auch die des Jugendclub Feuerstein in Köln. Beide starteten Mitte der sechziger Jahre mit Clubstunden und Fahrten, Sport, Spielen und Glaubenskatechesen. Schnell wuchs die Zahl der jugendlichen Teilnehmer besonders durch Empfehlungen von Familie zu Familie und von Klassenkamaraden untereinander. Spontaneität war wichtiger als Organisation. Das änderte sich mit der Anerkennung als förderungswürdige Jugendeinrichtungen durch die jeweilige Kommune. Nicht, dass Spontaneität fortan keine Rolle mehr gespielt hätte; doch wer öffentlich anerkannt und gefördert wird, unterliegt einer Rechenschaftspflicht, die nun mal ein gewisses Maß an organisatorisch-bürokratischem Aufwand erfordert.

In den siebziger Jahren wuchsen die Jugendclubs deutlich. Ein umfangreiches Angebot, etwa Film- und Fotografie-Arbeitskreise, Lernmethodikkurse und Stadtspiele, Clubstunden und vor allem Fußball, führte selbst in den kleineren Einrichtungen, die inzwischen auch in Aachen (Jugendzentrum Erk), Trier (Jugendclub Fausenburg) und Essen (Jugendclub Rüttenscheid) entstanden waren, regelmäßig Dutzende Schüler zusammen. An Zeltlagern nahmen nicht selten deutlich mehr als 100 Jugendliche, auf Fahrten für ältere bis zu 40 Oberstufenschüler teil.

In allen Einrichtungen waren Studenten und ältere Schüler ehrenamtlich als Jugendgruppenleiter tätig und arbeiten eng mit den Eltern der jüngeren zusammen. Ohne sie hätte das umfangreiche Programm überhaupt nicht angeboten werden können. Heute ist die Zahl der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen in allen Einrichtungen zwar nicht mehr so hoch wie in der Boomzeit; das ehrenamtliche Engagement ist aber eine Konstante geblieben. Stetig rückläufige Teilnehmerzahlen hatten in den achtziger Jahren und Anfang der neunziger viele Jugendeinrichtungen zu verkraften - ein Phänomen, dass sich wohl auf den starken Geburtenrückgang, eine Fülle weiterer, auch rein kommerzieller Jugendangebote und eine veränderte Freizeitgestaltung Jugendlicher zurückführen lässt.

Seit Mitte der neunziger haben die Jugendclubs allerdings wieder stärkeren Zulauf. Viele, die einst selbst dabei waren oder das Bildungsangebot auf anderem Wege kennen lernten, schicken die eigenen Kinder zum Jugendclub. Die persönliche Abstimmung mit den Eltern und möglichst auch Lehrern gewährleistet, dass die Jugendclubs die Erziehung durch Elternhaus und Schule harmonisch ergänzen.

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